Satori – Aufbruch zum Inneren
Satori ist das japanische Wort für Aufklärung in der buddhistischen Tradition des Zen, aber es kann auch „oh“ auf koreanisch und „wù“ auf chinesisch heißen. Das endgültige Ziel des Zens ist, dass man die Welt auf eine völlig neue und komplette Art sofort empfinden kann. Zu dieser Größe des Verständnisses, dieser Reichweite der Unbegrenztheiten des Universums, zu diesem Frieden, streben Zen-Buddhisten.
Wenn es kurz erfahren wird, kann es Kensho genannt werden; ein momentanes Erkennen der Größe des Ganzen. Aber flüchtige Blicke in die Größe des Universums bedeuten nicht Aufklärung. Man muss auf diese Erfahrungen aufbauen und durch Praxis und Wiederholung erlernen, dass dies keine Vision ist, sondern eine alte Form der Wahrnehmung. Das ist Satori. Die Gleichung erklärt uns, dass Satori zu erreichen ist wie das Laufen zu lernen. Ein Baby macht einige Schritte (Kensho), fällt aber und lernt schließlich zu stehen und gehen, ohne zu fallen (Satori).
Aufklärung passiert nicht nur einer Einzelperson. Die Zen-Tradition unterrichtet uns im Streben, erleuchtet zu werden. Der Verstand jedes Einzelnen muss durch vollständiges Studieren, den Gebrauch von Koans (Zenrätsel) und Meditationen vorbereitet werden, den Verstand komplett zu löschen. Wenn Satori kommt, kann es schnell gehen. Es ist erst im Flachen, wie das Waten in einem See, doch jeder neue Schritt bringt eine größere Tiefe des Verständnisses.
Das Gefühl der Aufklärung ist eins des Erfassens der Grenzenlosigkeit der ganzen Schöpfung. Es ist ein Gefühl des Friedens und der Ruhe mit der natürlichen Harmonie und der Schönheit des Universums. Was geschehen soll geschieht, muss geschehen, wird immer geschehen. Selbst wenn Individuen zu einem größeren Ganzen mit ihren eigenen Absichten beitragen, sind sie nur Diener einer größeren Ordnung, die sie nicht kontrollieren können. Diese große und mysteriöse Ordnung zu verstehen, ist Satori.


