Spiritualität: Irgendetwas fehlt den Menschen

Es fällt immer mehr auf, dass sich eine in gewisser Weise gelebte Spiritualität in der Gesellschaft verbreitet. Die Menschen richten sich ihre Häuser immer öfter nach Feng Shui ein, machen Wellness-Urlaube, gehen ins Yoga, stellen sich einen Quoten-Buddha in die Wohnung, denn sie sind mit ihrem Leben immer weniger zufrieden. Irgendetwas passt ihnen nicht mehr und sie suchen die Lösung oder Ablenkung im Fernöstlichen. Das ist zwar schon mal der richtige Ansatz, aber nur das Polieren des Lacks. Wenn sie wirklich etwas ändern möchten, müssen sie die dahinter stehende Denkweise erst einmal verstehen und dann auch leben! Und das beinhaltet Dinge wie in die Schmerzen gehen und die Bereitschaft, etwas an sich und ihrem Leben zu ändern (ein Buddha in der Wohnung und ein bisschen Aerobic im Yoga helfen da nicht). Nur: wieso sollten sie etwas in ihrem Leben ändern, sie sind doch „glücklich“.

Der Mensch an sich ist sehr vielseitig und kann viele Dinge lernen und sich damit beschäftigen, nur nicht mit sich selbst. Das ist ein emotionales Sperrgebiet, in das er nicht gehen möchte.

Das liegt u. a. daran, dass er erst mal keine Notwendigkeit sieht, das überhaupt zu tun; wieso auch, es geht im ja gut. Eine Arbeit, ein Auto und mehrmals im Jahr Urlaub. Dieser Mensch hat es noch nicht gelernt, dass er an jeden Winkel der Erde gehe, aber vor sich selbst kann er nicht davon laufen. Auf dieser Flucht wird er immer eingeholt werden.
Er bewundert in Asien den Buddhismus und die Leute, die diese Sanftmut wunderbar leben. Das könnte er auch,, den jeder ist spirituell und hat die Möglichkeit, im Gleichgewicht zu leben, wenn er denn wirklich will.
In Südamerika: „Oh, wie ursprünglich sind da die Menschen und schaffen es, mit wenigen Dingen glücklich zu werden“ Diese Projektion zeigt ihm unbewusst, dass er schon lange verlernt hat, sich über Dinge zu freuen, die für ihn selbstverständlich sind, es aber wirklich nicht sind.
Afrika: „Da fährt doch nun wirklich niemand in den Urlaub, da wird man doch mit Elend konfrontiert, da reichen mir doch schon die Penner am Bahnhof. Arme Menschen brauche ich in seinem Urlaub nicht!“. Und man muss nicht unbedingt erwähnen, dass Tunesien und Ägypten nicht zu Afrika gehören…
Amerika: Das ist toll für ihn, denn es ist so groß und so aufregend, da kann man es aushalten. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten als insgeheimes Ideal einer Gesellschaft.
Der Rest der Welt ist zu teuer und zu anstrengend, emotional wie physisch; schließlich ist ja Urlaub.

So flieht der Mensch von einem in den anderen Winkel der Erde und hat das tiefe Bedürfnis, sich dort wohl und zu hause zu fühlen. Das wird er aber nicht schaffen, denn er wird immer nur in sich zu hause sein und da ist es egal, wo auf der Erde er sich befindet.

Denkt mal darüber nach!


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